Mannesmann – Telekommunikation und Umstrukturierung

ERFOLGREICHER EINSTIEG IN DIE TELEKOMMUNIKATION – MANNESMANN D2

1990 erhielt Mannesmann die Lizenz zum Aufbau und Betrieb des ersten privaten Mobilfunknetzes in Deutschland. Die in Düsseldorf ansässige Mannesmann Mobilfunk GmbH übernahm mit „D2“ eine Pionierrolle in dieser Wachstumsbranche. Sie entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum Marktführer.

1996 gründete Mannesmann für den Festnetz-Bereich in Deutschland ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Deutschen Bahn, aus dem Anfang 1997 Mannesmann Arcor hervorging. Außerdem gründete oder erwarb der Konzern ganz oder teilweise Telekommunikationsunternehmen in Österreich, Italien, Frankreich und Großbritannien. Mannesmann entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem der führenden privaten Telekommunikationsanbieter in Europa.

Mannesmann - Network Management Center, 1995

Umstrukturierung und Umstrukturierungspläne

1993 zog die Mannesmannröhren-Werke AG mit Sitz und Verwaltung nach Mülheim an der Ruhr. Für wesentliche Teile ihrer Produktion gründete sie im Laufe der 1990er-Jahre Kooperationen mit anderen Stahl- oder Stahlrohrunternehmen. So entstand beispielsweise 1997 für nahtlose warmgewalzte Stahlrohre mit dem französischen Partner Vallourec das Gemeinschaftsunternehmen V & M Tubes. Zu ihm gehörten auch die Düsseldorfer Werke in Rath und Reisholz.

Den ebenfalls in Düsseldorf-Rath ansässigen Geschäftsbereich Energie und Umwelttechnik, früher Mannesmann Anlagenbau, wurde 1999 an die französische Technip-Gruppe verkauft.

1999 beschloss der Mannesmann-Vorstand den gesamten Konzern aufzuteilen. Die Mannesmann AG sollte sich auf den Geschäftsbereich Telekommunikation konzentrieren. Die industriellen Aktivitäten wurden, mit Ausnahme der Mannesmannröhren-Werke AG, in der Atecs Mannesmann AG zusammengefasst. Sie sollte durch Börsengang verselbstständigt werden. Doch diese Pläne wurden nicht mehr realisiert.