Mannesmann – Vom Montankonzern zum Technologiekonzern

Die Struktur des Mannesmann-Konzerns änderte sich durch die Arbeitsteilung mit Thyssen und die bereits 1969 erfolgte Abgabe der Kohlezechen an die Ruhrkohle AG grundlegend. Als Ergänzung zum Röhrenbereich begann der Konzern systematisch den Maschinen- und Anlagenbau auszubauen. Bereits 1968 hatte Mannesmann 50 Prozent der G.L. Rexroth GmbH erworben, des führenden deutschen Herstellers von Hydraulikkomponenten.

Werbung zur Arbeitsteilung mit Thyssen, 1970
Werbung zur Arbeitsteilung mit Thyssen, 1970

1975 übernahm der Konzern die restlichen Anteile an Rexroth. Darüber hinaus erwarb Mannesmann unter anderem 1972 bis 1974 die Demag AG und ab 1990 die Krauss-Maffei AG. Ab Ende der 1980er-Jahre stieg Mannesmann zudem in die Automobil- und Fahrzeugtechnik ein. 1987 erfolgte der Kauf der Fichtel & Sachs AG und der VDO Adolf Schindling AG. 1991 wurde die Boge GmbH übernommen.

Schrägwalzwerk im Werkrath
Schrägwalzwerk im Werkrath

Die neuen Mannesmann-Geschäftsfelder wurden zum größten Teil erfolgreich weiterentwickelt und ausgebaut. Die traditionsreichen Röhrenwerke gerieten dagegen in den 1980er-Jahren immer stärker in den Sog der allgemeinen Stahlkrise. Sie mussten in großem Umfang Personal abbauen. 1979 wurde das Werk in Oberbilk geschlossen, 1987 das Röhrenwerk in Düsseldorf-Lierenfeld.

Umstrukturierung des Mannesmann Geländes in Lierenfeld, 1989
Umstrukturierung des Mannesmann Geländes in Lierenfeld, 1989

1990, einhundert Jahre nach Gründung der Deutsch-Österreichischen Mannesmannröhren-Werke AG, leitete die Mannesmann-Konzernverwaltung von Düsseldorf aus einen Konzern mit weltweit 124.000 Mitarbeitern. Davon arbeiteten rund 90.000 in Deutschland und rund 17.500 für die Unternehmensgruppe Mannesmannröhren-Werke.

Rohrbearbeitung im Werk Reisholz, 1997
Rohrbearbeitung im Werk Reisholz, 1997