Düsseldorf – Japan / Eine Erfolgsgeschichte

Nach dem Krieg stieg die japanische Nachfrage nach Produkten der Maschinenbau- und Schwerindustrie stark an. Das Ruhrgebiet war für japanische Unternehmen als technologischer Standort für die Metall- und Maschinenbauindustrie besonders attraktiv. Die Landeshauptstadt Düsseldorf bot sich für die Eröffnung von Firmenniederlassungen an und löste in den 1950er Jahren Hamburg als Zentrum des japanischen Außenhandels in Deutschland ab.

Nach 1945 bis in die 60er Jahre

Als erstes japanisches Unternehmen in Düsseldorf ließ der Mitsubishi Konzern am 2. Dezember 1955 eine Filiale in der hiesigen Gewerbemeldestelle eintragen, die Deutsche Mitsubishi Export- u. Import GmbH. Bis Ende der 1960er Jahre hatten alle großen japanischen Handelshäuser Verkaufsniederlassungen in Düsseldorf. Die Düsseldorfer Immermannstraße wurde zum Zentrum japanischer Firmenniederlassungen. In den 1960er Jahren ließen sich die japanische Außenhandelsorganisation, der Japanische Club, die Deutsch-Japanische Gesellschaft und das Japanische Konsulat in Düsseldorf nieder. 1971 öffnete die Japanische Internationale Schule ihre Pforten. Zusammen bilden diese Institutionen bis heute die tragenden Säulen der japanischen Gemeinde in Düsseldorf.

Gewerbeanmeldung von Mitsubishi von 1955
Gewerbeanmeldung von Mitsubishi von 1955

1970er und 80er Jahre

In den 70ern kamen auch vermehrt junge japanische hochqualifizierte und gut bezahlte Führungskräfte mit ihren Familien, meist für 3 bis 5 Jahre, nach Düsseldorf. Auf der Immermannstraße entstand 1978 das Deutsch-Japanische Center, in dem das Hotel Nikko, das Kaufhaus Mitsukoshi, die Japanische IHK, das Japanische Generalkonsulat und die Bank of Tokyo, sowie zahlreiche andere japanische Firmen untergebracht waren. Zusammen mit den vielen Läden, Restaurants und Bars entstand so „Klein Tokio“.
In den 1980ern kam es zu einer deutlichen Zunahme von Produktionsaktivitäten. Bedingt auch durch die Spekulationsblase in Japan erreichten die japanischen Direktinvestitionen im Jahr 1989 ihren Höhepunkt.

Einweihung des Japanischen Gartens im Nordpark 1975
Einweihung des Japanischen Gartens im Nordpark 1975

1990er Jahre

Nachdem die Aktien- und Immobilien-Blase 1990 geplatzt war, folgte für die japanische Wirtschaft eine Zeit der Deflation und des Nullwachstums. Dennoch blieb Japan vor allem auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik ein wichtiger Trendsetter.

lm NRW-Japan Jahr 1993 feierte man die guten und vielfältigen Beziehungen mit einem umfangreichen Programm. Höhepunkt war der Besuch des japanischen Kaiserpaares.

Japan-Tag in Düsseldorf 2002
Japan-Tag in Düsseldorf 2002

Heute im Jahr 2015

Düsseldorf konnte seine Rolle als Zentrum der japanischen Wirtschaft halten. Heute sind die rund 500 hier ansässigen japanischen Unternehmen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mehr als die Hälfte der hier ansässigen japanischen Unternehmen steuert von NRW aus ihr Europa- und Deutschlandgeschäft. Unter den neuen Firmen befinden sich nun anstelle von großen Konzernen verstärkt mittelständische Unternehmen. Viele dieser Konzerne werden mittlerweile von einem deutschen Management geführt. Schwerpunkte liegen in den Branchen Industriegüter, Telekommunikation, IT, Chemie, Handel und Dienstleistungen.

Immermannstrasse 2015
Immermannstrasse 2015